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Hausservice Erfurt

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Mittwoch, 28. Mai 2008

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Motorsport: Knoten und Schnecke mit 6 PS
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Die Hindernisse heißen Knoten, Schnecke oder Brezel, Schweizer oder Deutsches Eck. Durchfahren werden sie mit bezinbetankten Go-Karts und einer großen Portion Können.

ERFURT. Die rot-weißen Kegel stehen unheimlich eng. Doch die kleinen Wagen sausen geschickt und flink hindurch. Dabei sind einige Fah-rer in den Karts (deren DDR-Vorgänger K-Wagen hießen) gerade sieben, acht Jahre alt. Die meisten schaffen die Runde ohne Fehler, so dass die Zeit über Sieg und Plätze entscheidet - manchmal Zehntel- oder gar Hunderstelsekunden. Fällt ein Kegel, gibt´s zwei Sekunden Strafe. "Versuchen Sie´s doch mal", sagt Günter Schrimpf vom ausrichtenden MC Venedig, "ich wette, Sie kommen nicht ohne Fehler durch, selbst wenn sie noch so langsam fahren." Ich gebe ihm recht - angesichts der fast schon artistischen Kurvenfahrten bedurfte diese Feststellung keines Selbstversuchs.

Der MC Venedig ist einer von drei Erfurter Motorsportklubs, in denen junge und weniger junge Fahrer (die Starter der nach oben offenen Klasse 8 werden oft scherzhaft "Grufties" genannt) dem Kart-Slalom nachgehen - die anderen sind der 1. MSC und MC Offroad. Die meisten fahren bei Venedig, und einige sehr erfolgreich: In 3 von 8 Klassen kamen die Sieger beim dritten Lauf zur Landesmeisterschaft aus diesem Verein: Martin Schmidt (24), Florian Pothe (19) und Jessica Buchholz (11). "Ja, bei uns können auch Mädchen fahren, und wie man sieht, manchmal auch schneller als alle Jungs zusammen", meint Werner Stadermann, Chef des Vereins. 26 Pokale und Medaillen hat die junge Erfurterin in den fünf Jahren, die sie jetzt dabei ist, schon gesammelt. "Ich bin durch meinen Bruder Patrick zum MC gekommen, ich wollte das einfach auch machen", sagt sie, hat auch ein namhaftes Vorbild: den mehrfachen Formel-1-Champion Michael Schumacher. Schumacher hat, wie viele andere heute bekannte Motorsportler, einst mit Kartfahren begonnen, allerdings mit Rennkarts. "Das ist uns vor allem finanziell eine Nummer zu groß", gibt Günter Schrimpf unumwunden zu, "aber auch Kart-Slalom verlangt viel Training, bildet verschiedene motorsportliche Fähigkeiten sehr gut aus." "Und es kann sich jeder leisten", ergänzt der Vater des 10-jährigen Niklas Herrmann, "es klingt paradox, aber es ist so: Niklas´ Schwester Julia betreibt Schwimmen, und für ihren Sport legen wir summa summarum mehr auf den Tisch." Was kostet denn Kartsport? Stadermann: "Ohne Wettkämpfe ist man schon mit 5,50 Euro Monatsbeitrag und 1,50 Euro Benzingeld pro Training dabei." Und wer nur neugierig ist, kann auch erst einmal unverbindlich zum Schnupper-Training kommen - die ersten Runden nach einer Einweisung sind gratis. Training ist donnerstags ab 17 Uhr und sonnabends ab 10 Uhr im MC-Trainingszentrum (Am Waldspielplatz; Minderjährige beim ersten Mal mit Eltern!). Die für Slalom verwendeten Karts fahren mit 5 bis 7 PS starken 200-ccm-Motoren (also vergleichbar mit Rasenmähern), die im Slalom an die 40 Sachen erreichen. "Auf gerader Strecke sie natürlich schneller, darauf kommt es aber beim Kart-Slalom nicht an", sagt Schrimpf.

http://www.mc-venedig.de


127.05.2008   Von Matthias OPATZ

Quelle: Thüringer Allgemeine vom 28.05.08

 

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